Planungsdokumente: Bebauungsplan 3-89 (Elisabeth-Aue Teilprojekt 1)
Begründung
1.2.1.1. Stadträumliche Einbindung/Gebietsentwicklung
Die insgesamt rund 73 ha große Elisabeth-Aue im äußersten Südosten des Pankower Ortsteils Blankenfelde ist eine zusammenhängende überwiegend landwirtschaftlich genutzte Fläche westlich von Französisch Buchholz. Das im Rahmen des Bebauungsplans 3-89 betrachtete Teilprojekt 1 der Elisabeth-Aue befindet sich in seiner räumlichen Lage genau am Übergang vom östlich gelegenen kleinstädtisch geprägten Ortsteil Französisch Buchholz zum offenen Landschaftsraum mit dem Dorf Blankenfelde sowie kleingärtnerischen und kleinsiedlungsstrukturellen Bereichen. Das nächstgelegene Ortsteilzentrum ist Französisch Buchholz in ca. 1,5 km Entfernung.
Die unmittelbar östlich des Plangebiets befindliche Ortslage Französisch Buchholz, ist beiderseits der Blankenfelder Straße größtenteils durch ein- bis zweigeschossige Einfamilienhausbebauung und darüber hinaus bis zu fünfgeschossigem Wohnungsbau sowie Kleingärten geprägt. Die Bebauung wurde überwiegend in den 1990-iger und 2000-er Jahren errichtet. Südlich des Rosenthaler Wegs liegt die Erholungsanlage „Frohsinn“. Im Westen des Plangebiets schließt die weitere Fläche der Elisabeth-Aue sowie daran anschließend dichte Gehölzstrukturen entlang des Blankenfelder Grabens (Teil des Landschaftsschutzgebiets (LSG) Blankenfelde) und der Bundesstraße 96a sowie der Botanische Volkspark Blankenfelde-Pankow an. Im Norden erstreckt sich die Fläche der Elisabeth-Aue bis hin zu nordöstlich gelegenen Siedlungsstrukturen von Blankenfelde sowie dem LSG Blankenfelde. Das ca. 800 ha große LSG umschließt im Westen und Norden das zukünftig Stadtquartier der Elisabeth-Aue.
Die Flächen der Elisabeth-Aue und damit das darin befindliche Plangebiet sind maßgeblich durch die Zeit der Industrialisierung und deren Folgen geprägt worden. Im 19. Jahrhundert wurde im Umgang mit dem Abwasser in der rasant wachsenden Stadt Berlin ein Entwässerungssystem errichtet, bei dem das Abwasser aus dem Stadtinneren auf die neu angelegten, die Stadt umgebenden sogenannten Rieselfelder geleitet wurde. Dort wurde das Abwasser versickert und damit gereinigt. Die Fläche der Elisabeth-Aue gehörte zu der 1890 in Betrieb genommenen Anlage Blankenfelde. Zu diesem Zweck wurden auf der Elisabeth-Aue rechteckige Rieselfeldtafeln angelegt, die mit Dämmen und Wirtschaftswegen voneinander getrennt waren. Parallel zur Nutzung als Kläranlage erfolgte eine landwirtschaftliche Nutzung der Flächen.
Die Versickerung des Abwassers hatte die Belastung des Bodens mit Schwermetallen zur Folge, sodass eine landwirtschaftliche Nutzung zur Lebensmittelproduktion nur noch eingeschränkt und später nicht mehr möglich war. Nach Inbetriebnahme der Kläranlage Berlin-Nord konnten die Rieselfelder der Elisabeth-Aue im Jahr 1985 stillgelegt werden.
Gegenwärtig sind die ehemaligen Rieselfelder der Elisabeth-Aue eingeebnet und zu einer großen Ackerfläche zusammengefasst.
Östlich des Bebauungsplans befindet sich die Straßenbahnwendeschleife, ein Regenrückhaltebecken der Berliner Wasserbetriebe und eine öffentliche Grünfläche. Diese Flächen weisen mit ihrem Vegetationsbewuchs einen grünen, zum Teil naturnahen Charakter auf.
1.2.1.2. Bebauung und Nutzung
Das Plangebiet ist größtenteils unbebaut und wird bisher landwirtschaftlich genutzt. Lediglich der Nordosten des Geltungsbereichs war zwischenzeitlich mit sogenannten "Tempohomes" (Containerdörfer zur Unterbringung von Geflüchteten) bebaut. Am nordöstlichen Rand befindet sich eine Feldhecke und ein Weg, der den Rosenthaler Weg mit der Bankenfelder Straße verbindet.